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Montag, 23. Februar 2009

Ich war nicht dabei


Mal abgesehen von sämtlichen Narrensitzungen, Faschingsveranstaltungen und -umzügen, denen ich bis jetzt ebenfalls erfolgreich aus dem Weg gehen konnte, habe ich am Wochenende einen weiteren Termin vorsätzlich versäumt. Unsere beiden Saitenakrobaten hatten am selben Tag Geburtstag. Der Ältere von den beiden rechtfertigt mit diesem Anlass jedes Jahr die Veranstaltung einer WG-Party. Seit Jahren sind diese Partys eine Institution für den großen Kreis der Wegbegleiter und lange schon die einzige Möglichkeit, sämtliche Wir-sollten-uns-mal-wieder-treffen-Beschwörungen auf einen Schlag zu erfüllen. Eigentlich ein Pflichttermin. Aber einer von den angenehmen. Der Tag fing auch eigentlich vielversprechend an. Meine Leistungskurve fiel gegen Abend allerdings derart rapide ab, dass ich in einem heftigen inneren Konflikt das Pro und Kontra einer Teilnahme abwägen musste. Just in diesem Moment erhielt ich per SMS die Absage meiner Lieblingssängerin, das Kontra hatte gewonnen und ich versuchte, den Gastgeber telefonisch über diese Umstände zu informieren. Vergeblich. Und jetzt begann erst das Drama: der Entscheidungskonflikt verwandelte sich umgehend in einen Gewissenskonflikt. Bei einer ursprünglich zugesagten Pflichtveranstaltung ohne Ankündigung einfach durch Abwesenheit glänzen.... Ich kann mich nur noch bruchstückhaft an gedachte Adjektive wie "respektlos", "undankbar" oder "unverzeihlich" erinnern. Die Schuld lastete schwer auf meinen Schultern. So geht es mir durchaus öfter mit vermuteten Erwartungshaltungen, allerdings selten so ausgeprägt. Ich möchte halt nur sehr ungern die Freude anderer durch bedingungslose Durchsetzung meiner Prinzipien und Bedürfnisse trüben. Merkwürdiges Kopfkino. Das Telefonat am Folgetag brachte auch nur wenig Erleichterung. Zwar gab es die erhofften Verständnisbekundungen, aber weiß ich, ob er mir nicht in der nächsten Probe doch noch den Narrhallamarsch bläst?
- Jedenfalls konnte ich von diesem Abend einiges erzählen, obwohl ich gar nicht dabei war....

Mittwoch, 1. Oktober 2008

HALLO WACH!

Wir sind noch nicht in einen Dornröschenschlaf gefallen, es ist eher ein Dösen, bei dem sich gelegentlich bei einem verdächtigen Geräusch ein Auge ganz leicht öffnet. Durchatmen. Eindrücke verarbeiten. Tagträumen. Kräfte sammeln. Aber immer bereit zum Sprung. Damit ist der Zustand der Band beschrieben, privat sieht es bei mir ganz anders aus. Der Herbst ist gekommen, die Farbe aus dem Gesicht gewichen. Das Aufstehen fällt wieder unendlich schwer. Um überhaupt den Tagesanbruch nicht völlig zu verschlafen, benötige ich bereits Radiowecker plus Handy. Das nervige Piepen brauche ich, um aus einem Koma in ein Wachkoma zu kommen, die Musik soll mich dann möglichst sanft mit den anstehenden Aufgaben und Pflichten versöhnen. Denkste. Der scheppernde Klang des Monolautsprechers stimuliert bei mir die massive Ausschüttung von Aggressionshormonen. Damit ist zwar der Zweck des Weckens erfüllt, mein Tag beginnt allerdings regelmäßig mit einem leicht säuerlichen Aufstoßen. Warum macht man sich als Musiker eigentlich die Mühe, mit zahllosen digitalen Hilfsmitteln den optimalen Sound zu finden? Wieso schiebt man dem Tonstudio noch mal eine Hand voll Euro über die Theke, um auch dem letzten Oberton die Chance zu geben, gehört zu werden? Nein, ich brauche keinen 5.1-HD-16:9-Dolbysurroundsound zum Aufstehen... aber gibt es nicht irgendwas dazwischen? Ich kann jedenfalls mit Gewissheit sagen: MY LAST SONY! Ist das nicht die Firma, die den Walkman erfunden und zusammen mit Philips die CD entwickelt hat? Selbst dran Schuld, dass jetzt die CD-Verkäufe rückläufig sind, wenn man es nicht mal schafft einen Radiowecker auf den Markt zu bringen der mit Musik und Summton GLEICHZEITIG wecken kann! Das ist die Rache des verarschten Konsumenten. Ich frage mich manchmal, wovon sich die verantwortlichen Produktmanager eigentlich wecken lassen. Vom MP3- Handy mit Touchscreen und GPS auf einer wireless Dockingstation? Bei dem lässt sich die Weckzeit wenigstens bequem einstellen und man muss nicht gleichzeitig den Alarmknopf drücken während man 45 mal auf den Minutenknopf tippt. Über das Design will ich mich hier gar nicht auslassen, meine Augen sind morgens auf dem Weg zur Dusche ja ohnehin noch geschlossen. Entschuldigt bitte diesen Wutanfall, ich bin heute morgen wohl mit dem falschen Fuß zuerst aufgestanden.

Montag, 18. Februar 2008

Eigenlob stinkt..

... aber wer am Donnerstag den Bundesvision Song Contest gesehen hat, wird mich verstehen. Das war also der repräsentative Querschnitt durch Deutschlands Musikszene? Eigentlich war die DVD schon eingelegt, um dem schlechten Fernsehprogramm zu entrinnen. Ich habe nur mal kurz reingeschaut, bin hängen geblieben und war durch die Bank enttäuscht. Sportfreunde Stiller? Gähn. Laith Al Deen? Reggae? Buh. Culcha Candela? "..geile Sau..." Tausendmal gehört. Von den hier Erwähnten hat man ja schon Beachtenswertes gehört, aber die Performance an diesem Tag war traurig. Einzig Clueso hat von mir einige Sympathiepunkte erhalten, weil er sein HipHop-Genre ein bisschen liebenswerter gestaltet und von den anderen Aggressions- und Depressionskollegen abgelenkt hat. Und wer hat gewonnen? Subway to Sally mit ihrem Mittelalterrock. Mittelalterrock. Was verrät uns das über das Pro7-Publikum? Am Ende des Tages hatte mich dieses traurige Programm moralisch dermaßen aufgebaut, weil mich diese verführerische Stimme in meinem Kopf in den Schlaf säuselte: "...und zwölf Punkte gehen an... Milchmädchen."

Dienstag, 24. April 2007

Wenn Milchmädchen tanzen

Mein Ex-Mitbewohner hat aus Geburtstagsgründen in die Stereobar eingeladen, und über die Hälfte der Band ist diesem Ruf gefolgt. Trotz fortgeschrittenen Alters konnten wir uns unauffällig unter die Massen der Feierwütigen mischen und... haben getanzt. Sogar ich, der notorische Bewegungsverweigerer. Na gut, jetzt schmerzen die Waden, aber ich hatte es eigentlich schon abgehakt, dass ich diesem archaischen Ritus, mit Hilfe monotoner Beats den Verstand auszuschalten, jemals nochmal etwas abgewinnen könnte. An dieser Stelle möchte ich mich bei den Personen bedanken, die mir dabei geholfen haben, meinen Widerstand zu brechen: Tina, Franzi, Steffi, Ellen, Nicole, Jasmin,...