Donnerstag, 13. November 2008

Die Fans werden ungeduldig

Wann ist die CD endlich fertig? Warum gibt es keine T-Shirts? Habt ihr schon Aufkleber? Um ehrlich zu sein, weiß ich gar nicht, wie andere Bands das machen. Um eine Band überhaupt am laufen zu halten, ist vor allem Zeit wichtig. Ein entscheidender Faktor, den auch wir regelmäßig unterschätzen. Ich zumindest. Alleine einen für alle Beteiligten akzeptablen nächsten Probetermin zu finden, kostet schon mal die halbe Probe. Auf sämtliche Wehwehchen muss Rücksicht genommen werden. Und das meine ich ernst. Wir müssen uns wirklich gegenseitig aktiv pampern, damit nicht irgendwem irgendwann aus irgendeinem nichtigen Anlass plötzlich der Bock umfällt. Und jeder darf mal. Nur bitte nicht mehrere gleichzeitig. Und so geben wir den Staffelstab des Durchhängens regelmäßig an einen Kollegen oder die Kollegin weiter. Zur Zeit ist er bei mir. Die geplante Produktionszeit der CD hat sich vervielfacht und wir mussten unser Repertoire schnell noch vergrößern, um angenommene Termine überhaupt bedienen zu können. Wenn das alles wäre, aber hierzu gesellen sich wie bei euch auch berufliche, familiäre und soziale Verpflichtungen, sodass die Nadel bei mir gerade auf Reserve steht. Urlaub. Leider war die Urlaubsplanung dieses Jahr eine Katastrophe, weil wir uns ja nicht nur untereinander, sondern auch mit Partnern und Kollegen abstimmen müssen. Da stellt sich schnell mal die Frage nach der richtigen Formulierung, wenn die einzige Möglichkeit, in diesem Jahr noch einmal kurz zu verschwinden, unmittelbar vor einem Auftrittstermin liegt. Die Gesichter meiner Mitmusiker hättet ihr sehen sollen. Und sie taten mir leid. Zur Strafe wurde Nachsitzen am Wochenende verordnet. Alles kein Problem solange es um die Musik geht. Um die Nebenschauplätze müssen sich in Zukunft andere kümmern. Zum Beispiel Michelle. Vielen Dank für Deinen Einsatz! Ich weiß, es war allerhöchste Zeit, doch dank Dir gibt es jetzt eine Antwort auf die Frage: Wo bleibt Euer Video? - Hier.

Montag, 3. November 2008

Zugabe?! Kriegt Ihr!

Der Milchmädchen-Maximal-Abend aus Sicht der Sängerin.

Leicht geschwächt von einer recht anhänglichen Nasennebenhöhlen(dass man so was überhaupt im Gesicht hat, ohne dass man davon was sieht – hallooo Echooo!!!!)– Entzündung erreiche ich gegen 16.30 Proberaum und MAXIMAL gleichzeitig. Praktischerweise ist die berühmte Stettiner Straße ja der Nabel von Rodgau, für mich jedenfalls, ich kenn da keine andere.

Irrtümlicherweise in frohgelaunter Feierabendstimmung (die ich beibehalte, bis ich scheinbar urplötzlich gegen 22.00 auf die Bühne soll, oh schreck) erlebe ich den Soundcheck, prima betreut von Klaus, der einen Suppa-Sound ins Maximal zaubert, als gemütlich-familiäres Unterhaltungsprogramm bis zum lang ersehnten Band-Abendessen. Ein Riesenrumpsteak + ein Krombacher später hocke ich selbstzufrieden lächelnd im Kreis meiner 4 Herren, und denke „hach, jetzt nach Hause“…
Falsch gedacht, es geht in die WG, wo wir gemeinsam mit den ersten Fans unsere Gig-DVD von einem der diesjährigen Sommer(nachts)auftritte beschauen, belästern, belachen und begeistert feiern.
Großer Fehler, das! Sich eine Stunde vorm Gig anzusehen, wie man am helllichten Tag auf dem Börsenplatz um gute Laune gefeilscht und ein Publikum aus einer Art ZDF-Fernsehgarten-Lähmung herauslocken wollte, und das mit angedätschter Frisur! Keine gute Idee. Plötzlich nix mehr Feierabendstimmung! Wie ein Karnickel in der Falle setzt der Fluchtreflex ein „Neeeiiiin, ich kann nicht auf die Bühne!!!“, aber die Jungs überzeugen mich mit Gewalt, und ich muss mit in die Höhle der Löwen, wo die Band NANU bereits richtig „einheizt“, wie man in Profikreisen ja sagt.

Kurze Umbaupause, ich kann an nichts denken als an vergessene Textzeilen, Wüste im Hirn, schwitzende Gitärrchen-Hände und die im Rodgau so bedrohlich erscheinende Musikerpolizei!
Ich klammere mich am Türrahmen des Backstageraumes fest, die Jungs ziehen grinsend an mir vorbei und der letzte greift mich am Gürtel und nimmt mich mit raus …aaaaah, ich wollte so was doch eigentlich niiiiie!

Kurz gesagt: Nach anfänglichen Veklemmtheiten meinerseits freundete ich mich zusehends mit dem Gedanken an, es könnte den Leuten ja Spass machen, was wir hier oben tun, und vielleicht wartet der ein oder andere ja doch auf einen der typisch undurchdachten Julia-platzt-aus-sich-raus-Kommentare. Und plötzlich gings! Jajaja, Publikum und ich wurden die dicksten Freunde, gingen durch dick&dünn, schworen uns ewige Treue und als am Ende statt nur einer tatsächlich 2 Zugaben eingefordert wurden und sogar Armin als übermütiger Flummi über die Bühne wütete war klar: Von diesem Abend werden wir alle noch unseren Eltern erzählen!
Ein Abend wie eine Rakete! Danke!

Freitag, 10. Oktober 2008

Die Aktien stehen nicht schlecht

Wer bei den derzeitigen Turbulenzen auf den Finanz- und Aktienmärkten nicht mehr weiß wohin mit seinem Geld, dem möchte ich hier eine alternative Geldanlage vorstellen. Denn nicht nur die Finanzwelt steht Kopf, auch in der Musikindustrie ist einiges im Wandel. Die Branche ist dank MP3s und durch die Möglichkeiten des Internets zutiefst verunsichert. Musik wird zwar mehr denn je konsumiert, die CD-Verkäufe sind allerdings rückläufig. Die Plattenfirmen jammern und halten sich bei Neuinvestitionen aus nachvollziehbaren Gründen zurück. Aber andersrum gilt auch: Wer braucht schon eine Plattenfirma, wenn man alles selbst machen kann? Der Musikmarkt ist durch das Internet zu einer riesigen Spielwiese für Experimentierfreudige mutiert, und viele wollen den Umbruch kreativ mitgestalten. So hat z.B. Radiohead das aktuelle Album "In Rainbows" anfangs ausschließlich online zum Download angeboten. Den Preis konnte der Kunde selbst festlegen, auch umsonst war möglich. Natürlich hat nicht jeder für den Download bezahlt, aber durch Umgehung der Plattenfirma dürften die Erlöse für die Band immer noch über den Anteilen liegen, die sie bei traditionellem Vertrieb erzielt hätten. Ein grandioser PR-Erfolg war das allemal.

Jetzt wagt auch die deutsche Band Angelika-Express ein Experiment und möchte die Produktion seiner nächsten CD von den Fans vorfinanzieren lassen. Über ihre Website kann man Angelika-Aktien erwerben, als Aktionär erhalt man dann später Anteile an den zukünftigen Erlösen. Da zur Zeit alle Werte den Bach runtergehen, scheint doch die Investition in Kultur eine sinnvolle Alternative zu sein.

Die Angelika-Aktie

gefunden bei Intro

Mittwoch, 1. Oktober 2008

HALLO WACH!

Wir sind noch nicht in einen Dornröschenschlaf gefallen, es ist eher ein Dösen, bei dem sich gelegentlich bei einem verdächtigen Geräusch ein Auge ganz leicht öffnet. Durchatmen. Eindrücke verarbeiten. Tagträumen. Kräfte sammeln. Aber immer bereit zum Sprung. Damit ist der Zustand der Band beschrieben, privat sieht es bei mir ganz anders aus. Der Herbst ist gekommen, die Farbe aus dem Gesicht gewichen. Das Aufstehen fällt wieder unendlich schwer. Um überhaupt den Tagesanbruch nicht völlig zu verschlafen, benötige ich bereits Radiowecker plus Handy. Das nervige Piepen brauche ich, um aus einem Koma in ein Wachkoma zu kommen, die Musik soll mich dann möglichst sanft mit den anstehenden Aufgaben und Pflichten versöhnen. Denkste. Der scheppernde Klang des Monolautsprechers stimuliert bei mir die massive Ausschüttung von Aggressionshormonen. Damit ist zwar der Zweck des Weckens erfüllt, mein Tag beginnt allerdings regelmäßig mit einem leicht säuerlichen Aufstoßen. Warum macht man sich als Musiker eigentlich die Mühe, mit zahllosen digitalen Hilfsmitteln den optimalen Sound zu finden? Wieso schiebt man dem Tonstudio noch mal eine Hand voll Euro über die Theke, um auch dem letzten Oberton die Chance zu geben, gehört zu werden? Nein, ich brauche keinen 5.1-HD-16:9-Dolbysurroundsound zum Aufstehen... aber gibt es nicht irgendwas dazwischen? Ich kann jedenfalls mit Gewissheit sagen: MY LAST SONY! Ist das nicht die Firma, die den Walkman erfunden und zusammen mit Philips die CD entwickelt hat? Selbst dran Schuld, dass jetzt die CD-Verkäufe rückläufig sind, wenn man es nicht mal schafft einen Radiowecker auf den Markt zu bringen der mit Musik und Summton GLEICHZEITIG wecken kann! Das ist die Rache des verarschten Konsumenten. Ich frage mich manchmal, wovon sich die verantwortlichen Produktmanager eigentlich wecken lassen. Vom MP3- Handy mit Touchscreen und GPS auf einer wireless Dockingstation? Bei dem lässt sich die Weckzeit wenigstens bequem einstellen und man muss nicht gleichzeitig den Alarmknopf drücken während man 45 mal auf den Minutenknopf tippt. Über das Design will ich mich hier gar nicht auslassen, meine Augen sind morgens auf dem Weg zur Dusche ja ohnehin noch geschlossen. Entschuldigt bitte diesen Wutanfall, ich bin heute morgen wohl mit dem falschen Fuß zuerst aufgestanden.

Mittwoch, 24. September 2008

Wenn Choryphäen Urlaub machen ...

… dann verwahrlost die Milchmädchenhomepage ein wenig! Aber der schlaue Fan und Leser weiß anhand des Datums, dass der Kelsterbacher Termin längst hinter uns liegt - ja, es ist eine Schaffenspause durch längst verdiente Urlaubsreisen entstanden! Und die wird dann am 01.November in Form eines Heimspiels im Rodgauer MAXIMAL mit Pauken und Trompeten jäh beendet! Kawumms!
Bis dahin jedoch aalt sich Christian in der Sonne Sardiniens, Armin sich in der Sonne Andalusiens, und Andreas sich in der Sonne Norddeutschlands (?) … Während Matze und ich hier das Milch-Fähnchen hochhalten. Morgen Abend hol ich mal mein angestaubtes Gitärrchen aus der Ecke und werde sehn’, ob die Muse küssenderweise an mir vorbeirauscht!
Drückt mal die Däumchen!

Mittwoch, 10. September 2008

Das traurigste Konzert der Weeeelt ....

... oder: MADONNAWETTER NOCHMAL!!!
Okay ... mir war klar: mit einer 70€urokarte auf dem teuersten Madonna-Konzert ever würde ich nicht überprüfen können, ob sie sich die Augenbrauen korrekt gezupft hat.
Na gut ... und dass es einem bei längerem Gucken durch verstellte Fernglas-Gläser übel werden kann, ist auch vorhersehbar.
Ja ... und daß die Commererzbank-Arena eher für den Sound gröhlender Eintrachtfans konzipiert wurde und nur schwerlich Opern-Akustik hervorzaubern kann, liegt in der Natur eines Fußballstatdions.
Und ... dass Madonna Playback singt, während sie tanzt wie eine wilde Fee (und das konnte sie gestern SEHR gut), war ja bekannt und – im Nachhinein bin ich mir sicher – auch besser so.

Aaaaaaber:
Bei allen Songs, bei denen sie nichts tat als stillstehn und Gitarre spielen (tat sie das wirklich?!) - und vor allem: LIVE singen - verschätzte sich die PopQueen konsequent um anderthalb tiefere Töne als der Rest der imaginären Kapelle, sprich: SCHIIIIIIIIEFES „Ray of light“, HÖÖÖÖÖÖLLEN „La isla bonita“, SCHLIIIIIMMES „Borderline“.... Meine Mitleidenden und ich erwägten tatsächich, diese imposante und zugleich unerträgliche Show verfrüht zu verlassen...
Fazit:
Ich bin Madonna-Fan. Immernoch. Als sie auf die Bühne kam, war schon mal kurz ein „Herzstecker“ Moment, echt cooler Zauber, tolle Frau, Suppa-Ausstrahlung.

Aber Fremdscham, ein wenig Mitleid ob des Abzappelns für bei weitem nicht berauschend gute Stimmung auf den Rängen sowie ein Stinkefinger in Richtung Publikum hinterließen bei mir das Gefühl des „traurigsten Konzerts der Weeelt“... Schade, meine Liebe!

Dienstag, 2. September 2008

Was ist denn hier los?

Nix. So mag mancher kritische Zeitgenosse denken, in Wirklichkeit leckt sich Milchmädchen die Wunden, die es sich bei der Schlacht um Ruhm und Ehre zugezogen hat. Ein zwischenzeitlicher Höhepunkt war der Auftritt am Freitag beim Museumsuferfest, bei dem wir hinterher alle dachten "bis hierher alles richtig gemacht" (auch wenn es nicht bei jedem Lied so war). Die dazugehörigen Impressionen sind bereits bei Flickr zu bewundern. Vielen Dank an Mariano, der den Auftritt mal wieder genutzt hat, sein fotografisches Talent unter Beweis zu stellen. Abzüge in Postergröße sind bei ihm zu bestellen. Wann schmeißt Du endlich Deinen Job? ;-)

http://www.flickr.com/photos/milchmaedchen

http://www.flickr.com/photos/mkamp/