Dienstag, 24. März 2009

„Gestern war Donnerstag“

...heißt die Veranstaltungsreihe, die die drei herrlich einfallsreichen und suppa organisierten Herren von Cloudberry in Wiesbaden aufgezogen haben! Und Milchmädchen war der Versuchsballon des ersten Abends! Sanft eingebettet in DJ Marcos ausgezeichnet aufgelegte Tracks dürften wir von 1.00 – 2.00 im Kulturpalast unseren ersten Gig 2009 angehn’ – inklusive unserem neusten Hit „Die Schönste“!
Nun, wat soll ich sagen – Rentner-Julsche ist um eine solch späte Uhrzeit normalerweise längst in die Kissen gesunken, lief aber – angefeuert durch einen augenscheinlich von Tollwut befallenen „Fan“ zu Höchstleistungen von Gesang und Bühnenperformance auf. Auch meine eigenen vier Herren waren noch wach (und wie!), Christian groovte mit seinem Bass so gefährlich nah am Bühnenrand neben mir, dass ich zeitweise um sein Gleichgewicht fürchten musste.
Die Location war cool, der eigens aus Hofheim angereiste 8köpfige Fanclub und der lang versprochene und endlich eingehaltene Besuch einer Fanin mit begeistertem Freund aus Wiesbaden trug ebenfalls zu guter Laune bei, letztendlich war’s ein schöner Abend.
Nicht zu vergessen der Profi-Merchandising-Kiosk der reizenden Laura (eine der Cloudberry-Spielerfrauen), in deren Regal sich unsere 20 abgegebenen Milchmädchen-CDs mehr als gut machten. War das eine Freude, als am Ende nur 13 CDs übrig waren! Und dann eine Verwunderung (und eingewisser Stolz), als klar wurde, dass keiner sie bezahlt hatte. Man stelle sich vor: Sieben Milchmädchen-CDs gestohlen! Die CD mit den Möpsen drauf einfach ganz kackfrech gemopst! Cool, wir hatten schon überlegt, ob man die dann bei Ebay wieder findet! Was ein Fest!
Hach, irgendwie waren wir ganz schön gebauchpinselt – jemand riskiert seinen guten Ruf für sieben Milchmädchen-CDs!!! Wir ham’s geschafft!
…und dann die Ernüchterung per Email: Die CDs wurden gefunden (in irgendeiner Kiste) und werden mir zugeschickt. Och man.

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DIE Fotografin des Abends - Tina Jordan - hat uns die Fotos zur Verfügung gestellt, die man jetzt bei uns (und ihr!) auf flickr sehn' kann! Daaaaaanke, Tina, schön geworden!!! www.tina-jordan.de

Montag, 9. März 2009

Die Band der Superlative

Um in dem Überangebot an guter Musik überhaupt noch aufzufallen, muss man schon etwas Besonderes bieten. Die beste Band der Welt gibt´s schon, die lauteste Band der Welt auch. Ohne Superlative scheint nicht einmal mehr die bloße Wahrnehmung gewährleistet. Nachdem wir mit "Best Friend" und "Das traurigste Lied der Welt" etwas Aufmerksamkeit erkämpfen konnten, legen wir mit "Du bist die Schönste" gleich doppelt nach, denn die Arbeit an diesem Stück dauert mit einigen Monaten auch schon am längsten. Das Problem ist der Spagat zwischen dem eigenen Anspruch und Milchmädchens Zielsetzung, einfache und eingängige Popsongs zu schreiben. Das Grundgerüst steht als erstes, dann wird wild drumherum improvisiert. Wirklich jeder will zeigen, was er in all den Jahren seiner Ausbildung gelernt hat. Ihr könnt euch dieses innere Sträuben gegen das Spielen eines einfachen Dur-Akkordes gar nicht vorstellen. Einfache (aber eingängige) Meldodien werden gnadenlos ausgepfiffen. Wie in einem Tintenkleckstest sieht jeder von uns aber auch in den zu interpretierenden Harmonien etwas anderes und jeder kämpft für seine Sache bis aufs Blut. Im Ausnahmezustand wird dann manchmal sogar die demokratische Entscheidungsfindung durch einen totalitären Erlass aufgehoben. Diese Grabenkämpfe sind ermüdend und nervtötend, aber zielführend. Am Ende des Tages entstand aus den Trümmern der gebrochenen Egos nahezu ausnahmslos jedesmal ein kleines Pop-Juwel, das live nicht nur als Überbrückung zwischen den Highlights taugte, sondern unser Programm wirklich bereicherte. Und so wird es auch diesmal sein, wenn der Rohdiamand erst einmal durch fachmännischen Schliff seine Facetten erhalten hat, um die maximale Strahlkraft zu entfalten.

Parallel dazu arbeiten wir noch an der meistverkauften Milchmädchen-CD aller Zeiten, dem größten Milchmädchen-Konzert der Welt, dem witzigsten Milchmädchen-Video seit Menschengedenken und den treuesten Milchmädchen-Fans des Universums. Bleibt neugierig.

Montag, 23. Februar 2009

Ich war nicht dabei


Mal abgesehen von sämtlichen Narrensitzungen, Faschingsveranstaltungen und -umzügen, denen ich bis jetzt ebenfalls erfolgreich aus dem Weg gehen konnte, habe ich am Wochenende einen weiteren Termin vorsätzlich versäumt. Unsere beiden Saitenakrobaten hatten am selben Tag Geburtstag. Der Ältere von den beiden rechtfertigt mit diesem Anlass jedes Jahr die Veranstaltung einer WG-Party. Seit Jahren sind diese Partys eine Institution für den großen Kreis der Wegbegleiter und lange schon die einzige Möglichkeit, sämtliche Wir-sollten-uns-mal-wieder-treffen-Beschwörungen auf einen Schlag zu erfüllen. Eigentlich ein Pflichttermin. Aber einer von den angenehmen. Der Tag fing auch eigentlich vielversprechend an. Meine Leistungskurve fiel gegen Abend allerdings derart rapide ab, dass ich in einem heftigen inneren Konflikt das Pro und Kontra einer Teilnahme abwägen musste. Just in diesem Moment erhielt ich per SMS die Absage meiner Lieblingssängerin, das Kontra hatte gewonnen und ich versuchte, den Gastgeber telefonisch über diese Umstände zu informieren. Vergeblich. Und jetzt begann erst das Drama: der Entscheidungskonflikt verwandelte sich umgehend in einen Gewissenskonflikt. Bei einer ursprünglich zugesagten Pflichtveranstaltung ohne Ankündigung einfach durch Abwesenheit glänzen.... Ich kann mich nur noch bruchstückhaft an gedachte Adjektive wie "respektlos", "undankbar" oder "unverzeihlich" erinnern. Die Schuld lastete schwer auf meinen Schultern. So geht es mir durchaus öfter mit vermuteten Erwartungshaltungen, allerdings selten so ausgeprägt. Ich möchte halt nur sehr ungern die Freude anderer durch bedingungslose Durchsetzung meiner Prinzipien und Bedürfnisse trüben. Merkwürdiges Kopfkino. Das Telefonat am Folgetag brachte auch nur wenig Erleichterung. Zwar gab es die erhofften Verständnisbekundungen, aber weiß ich, ob er mir nicht in der nächsten Probe doch noch den Narrhallamarsch bläst?
- Jedenfalls konnte ich von diesem Abend einiges erzählen, obwohl ich gar nicht dabei war....

Mittwoch, 21. Januar 2009

Balzphase

Ja, es ist wieder soweit, und ich bin tatsächlich schon ein bissl spät dran. Denn wie immer - ziere ich mich anfangs sehr. Da denk ich: „Das ist nix für mich.“ Und dann kostet es mich enorm Kraft, dieses Anbiedern … dieses Schöne-Augen-machen … hach, dieses auf und ab stolzieren und zeigen, was man (drauf-)hat. Sich mit den frischesten (eigenen) Federn schmücken. Hinausposaunen, dass man zu den Besten gehört. Sich aufblasen, damit die augenscheinliche Konkurrenz im eigenen Schatten verschwindet. Die Schönste. Die Beste. Band.
Ja, meine Lieben, ich tu mich recht schwer in der Milchmädchen-Bewerbungsphase. Aber zumindest ist der Anfang gemacht. Sechs liebevoll gestaltete Päckchen versenkte ich letzte Woche im Briefkasten am Sachsenhäuser Lokalbahnhof, und von da aus sollten sie ihre hoffentlich bereits verzauberten Adressaten erreicht (und überzeugt) haben. Festivals, Clubs und erstmals auch Plattenfirmen sollen dran glauben, an das große Milchmädchenwunder, und eigentlich stellt das niemand in frage. Es muss nur ein Anfang gefunden werden, nämlich die richtigen, liebevollen Worte, die schönsten Bilder und die vielversprechendsten Kontakte. Zuletzt wird eine gehörige Portion Eigenlob und Selbstüberzeugung zusammen gefegt, und los geht’s! Und jetzt muss ich den Milchmädchenbalztanz augenblicklich fortführen. Wiederhörn'!

Dienstag, 6. Januar 2009

Am Do. 08.01.09 sind wir nicht die Vorgruppe von Luxuslärm




Das neue Jahr sollte eigentlich nicht so hektisch werden wie das alte. Wie das mit den guten Vorsätzen so ist, hatte sich auch dieses Vorhaben bereits in der ersten Woche erledigt. Aber wenn bei uns schon unaufgefordert das Angebot eintrudelt, als Vorband einer aufstrebenden Poptruppe zu spielen, dann können auch wir schlecht nein sagen. Schließlich wäre das für uns die Gelegenheit vor deutschpopaffinem Publikum zu spielen, ohne Freunde oder Verwandte zum Erscheinen zu drängen. Aber sind wir mal ehrlich, wir spielen noch in der Regioanalliga, und die ist nunmal geprägt von spontanen und sympathischen Improvisationen. Perfekte Organisation ist eher unüblich und gelegentlich sogar vorsätzlich unerwünscht. Das war zu Coverbands Zeiten anders. Unser Gastspielvertrag umfasste seinerzeit vier DIN A4 Seiten. Parkplätze in Bühnennähe, anständiges Catering, Garderobe, Obst der Saison und Handtücher. Alles war vertraglich geregelt, wo heute ein telefonischer Handschlag ausreichen muss. Aber damit möchte ich nicht sagen, dass damals alles besser war. Im Gegenteil: wir haben uns bewusst dagegen entschieden, uns mit fremden Federn zu schmücken. Außerdem dienten die Altstadt-, Gassen- oder Weinfeste, Firmen-, Hochzeits-, Faschings- oder Silvesterfeiern in Turnhallen, Bürgerhäusern oder Festzelten doch vor allem einem: dem gepflegten Alkohol- und nicht dem Musikgenuss.

Unsere Neuorientierung hat uns jetzt eine kurzfristige Absage beschert. Na und? Klar, wir sind nicht mehr daran gewöhnt, ein wenig Organisationsstress war ebenfalls damit verbunden und der Stolz hat auch kurz aufgemuckt. Aber wir fügen uns mit Demut diesem Schicksal, denn wir sind in unserer Position auf solche Chancen angewiesen, auf Leute, die im richtigen Moment an uns denken. Und darüber haben wir uns dann doch ein bisschen gefreut.

08.01.09, Wir sind Vorgruppe von Luxuslärm im Nachtleben





Frohes neues Jahr erstmal, und es beginnt für uns schon ganz schön fröhlich. Ziemlich kurzfristig erreichte uns heute die Anfrage, ob wir nicht am Donnerstag im Nachtleben in Frankfurt als Vorgruppe von Luxuslärm spielen möchten. Natürlich möchten wir. Luxuslärm haben eine ähnliche Geschichte wie wir und sind mit ihrer Single "1000 km bis zum Meer" bereits in die Charts eingestiegen. Im Windschatten ihres Erfolges wollen wir jetzt ein paar ihrer Fans abgreifen und wenn Ihr Lust habt, könnt Ihr uns dabei helfen.

Do. 08.01.09
Einlass 20.00 Uhr / Beginn 21.00 Uhr
Nachtleben, Frankfurt/M.

Eintritt: VVK 10/AK 12 €

Dienstag, 23. Dezember 2008