Freitag, 26. Februar 2010

„Ich will ehrlich sein…“

... mit diesem Satz eröffnete eine reizende Anruferin gestern das Telefonat, in dem es um eine Giganfrage (Milchmädchen meets Hofheim?!) ging. Mir stockte zeitnah der Atem – würde es eine Bühne von 2,5qm sein? Sollten wir für den Auftritt bezahlen? Sollte uns einer der beliebten Bühnenslots von 8.30 – 9.15 morgens winken? Nein, die herrlich organisierte (und fußballinteressierte) Sommerschein-Organisateurin eröffnete mir lediglich, dass am gleichen Tag ein WM-Viertelfinalspiel geplant sei. Ihre Vermutung, dass Hofheim (wie alle anderen Städte vermutlich auch) – in eine kollektive TV-Hysterie verfallen würde, wenn die deutsche Elf noch im geschehen wäre, konnte ich natürlich nur teilen. Also verblieben wir so, dass ich meine vier Mit-Milchmädchen abklappern sollte, ob sie das Risiko in kauf nehmen würden, vor einem leergefegten Platz zu musizieren. Geschlossene Meinung ist nun, 8 Stunden nach der Umfrage: Ja. Wir wollen. Allerdings wären wir selbst über einen Fernseher ab 32zoll in Bühnennähe hoch erfreut.
Also, liebste Mel, jetzt brauchen wir nur noch den Termin!

(PS Foto oben: Kreisstadtsommer, falls Deutschland NICHT spielt)

Donnerstag, 11. Februar 2010

Mein Star für Oslo


Ich bin beinahe vom Sofa gefallen. Nichts ahnend wollte ich die abendliche Ruhephase des Tages wie üblich durch mediale Zerstreuung zelebrieren, da kam mir "Unser Star für Oslo"ganz gelegen. Zurücklehnen und aus sicherer Distanz beobachten, was der musikalische Nachwuchs so zu bieten hat. Eine in zweierlei Hinsicht sehr bequeme Position, einerseits rein physisch, aber vor allem, weil ich mich in dieser Haltung nicht einer Jury und dem deutschen Fernsehpublikum präsentieren muss. Wie musikalisch kompetent man sich doch fühlen kann, wenn man unbeobachtet Nüsse knabbernd vor der Glotze sitzt. Doch schlagartig wurde mir die eigene Passivität bewusst, als ein Kandidat angekündigt wurde, der mir bereits in einem gefühlten früheren Leben über den Weg gelaufen ist: Leon Taylor. Damals noch in der Funktion als mein Klavierschüler, hat er es inzwischen also aus Dietzenbach über ein Musikstudium bis ins Fernsehen geschafft. Und dort sogar in die nächste Runde. Darüber, ob auf diesem Weg eine Couch irgendeine Rolle gespielt hat, lässt sich nur spekulieren. Aber ich wusste schon damals: aus dem wird noch mal was. Ich muss allerdings gestehen, dass mein Beitrag an seinem Werdegang eher gering war. Seine Eltern hatten mir nämlich schon bald gekündigt, weil die Lernfortschritte zu wünschen übrig ließen. Immerhin habe ich ihm nicht den Spaß an der Musik genommen. Jetzt ist er also da, wo ich, wenn ich ehrlich bin, dann doch nicht hin will. In einer Castingshow. Und er ist wirklich gut. Auch ohne Sympathiepunkte wäre mein Urteil ein wohlgesinntes. Nach dem Wechselbad der Gefühle zwischen Überraschung und Neid pendelt sich mein Hormonmix inzwischen bei einem stabilen Fremdstolz ein. Deswegen möchte ich ihn unterstützen und fordere Euch auf, für ihn anzurufen, sein Haus zu belagern, ihn mit Fanpost zu überschütten, seine CD zu kaufen. Mal sehen, ob ich meine Bandkollegen aus reinem Lokalpatriotismus beim nächsten Termin zu einem kollektiven Daumendrücken überreden kann. Immerhin teilten wir mit Leon im letzten Jahr bereits die Bühne auf dem Museumsuferfest, wo auch dieses Foto entstanden ist. Leon, zumindest von mir von meinem Sofa aus: Viel Glück!!!

www.leontaylor.de
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