Montag, 30. Juni 2008

Und so fängt Berühmtsein an!

Letzten Dienstag hatte Matze mal eine ganz andere Idee als sonst. Vielmehr hatte er selbige öfter schon vorgetragen, diesmal allerdings sind wir mal ganz anders drauf eingegangen, nämlich mit Zustimmung! RADIOHÖREN hat er uns verordnet! Damit wir erfahren sollten, was „wirkliche“ Hits so ausmacht und was gespielt wird bei den großen Sendern. Also saßen wir wie zu Beginn des letzten Jahrhunderts um den WG-Welt-Empfänger herum wie um ein Götzenbild, und harrten der Dinge, die das Gerät an diesem Abend so von sich geben würde. Es kam im im großen und ganzen ... nur Schrott. Ganz ehrlich – es gibt so schöne, geistreiche oder auch wildwüchsige Songs auf dieser Welt, nicht nur von Milchmädchen, aber das, was man sich senderübergreifend an diesem Abend gefallen lassen mußte, hat so weh getan und war so alt, daß ich es plötzlich schmeichelhaft empfand, Milchmädchen (außer beim coolen Radio X) noch nicht "on Air" gehört zu haben.
Begees folgten auf längstüberwundene Sugarbabes, dann Offenbachproll-mit-Bohlen-Sound und am End’ noch Stevie Wonder – das hält doch keiner aus.
Egal, irgendwann hat’s gereicht, kurzentschlossen und leicht desillusioniert begaben wir uns auf den Weg in die Proberäumsche Stammkneipe. Gerade, als wir uns an den Tisch zu unseren Proberaumnachbarn (New Members, auch bald berühmt!) sinken ließen, drehte sich eine Frau am Tresen um, und ließ die Bemerkung des Abends fallen: „Ah, da sind ja die Milchmädchen“.
Ging runter wie Öl! Wozu im Radio gespielt werden, wenn man in seiner Jügesheimer Stammkneipe als Band erkannt wird?! SO fängt Berühmtsein an, liebe HR3-DJs!

Mittwoch, 18. Juni 2008

Wo man singt da lass dich nieder

Ich war kürzlich nach sehr langer Zeit mal wieder auf einem 18ten Geburtstag. Dieses Fest habe ich gleich mal zum Anlass genommen, Marktforschung in eigener Sache zu betreiben, sprich, mich mit einem Bier unauffällig am Rande des Geschehens auf eine Bank zu setzen. Dank EM und Sonnenschein war Public Viewing und Grillen angesagt. Da Deutschland gespielt hat, wäre wohl sonst auch keiner gekommen. Perfekt ausgerüstet mit Laptop, DVB-T-Empfänger, Beamer, Subwoofer-System, Leinwand und dem Sieg Deutschlands konnte aber das in Teilen schon erwachsene Publikum zufrieden gestellt werden. Soweit so unspektakulär. Als das Spiel allerdings vorbei war, musste schnell eine neue Beschäftigungsmöglichkeit her. Heutzutage gar kein Problem mehr. Alles stand bereit, es mussten nur noch zwei Computertastaturen angeschlossen werden. Dann wurde eine geknackte PC-Version von GuitarHero gestartet und jeweils zwei Nachwuchs-Cyber-Rocker traten unter dem Jubel der restlichen Gäste breitbeinig zum virtuellen Gitarrenduell an. Wirklich, die Tastaturen wurden im Stehen wie Gitarren gehalten, die linke Hand auf den Funktionstasten, die rechte schlug mit der Entertaste die Saiten an. Ich hatte ja gedacht, ich habe schon viel gesehen, aber das war neu für mich. Von da an verstand ich: hier ist sie, die neue Generation. Als ob sie mich provozieren wollten, wechselten sie irgendwann die Tastaturen gegen zwei Mikrofone und starteten SingStar. Computer Aided Karaoke. Wer schief singt verliert. Bis tief in die Nacht erschallten die jugendlichen Stimmen zu den Klängen von Avril Lavigne, Rihanna, U2, Juli aber auch Münchner Freiheit und Geier Sturzflug! Äh, die Definition von "Feiern" befindet sich definitiv im Wandel, der Höllenspaß gehört aber noch dazu.
Ergebnis der Marktforschung: ich brauche dringend jemanden, der SingStar knacken und einen Milchmädchen-Song dort platzieren kann, damit man auch noch in 20 Jahren auf irgendwelchen Geburtstagen nachts um zwei unter Alkoholeinfluss grölt:..UND (L)ALLES WIRD SO LEISE!!!!!!!!

Mittwoch, 11. Juni 2008

Ich hab einen Schatz gefunden!

Hand aufs Herz: Beim eifrigen Belauschen einer jeden Textzeile unserer Milchmädchensongs kann einem schon mal der Gedanke kommen, dass ich vorrangig unschöne Erlebnisse in diesen lyrischen Zeilen verpacke. Meine Oma, der das auch schon aufgefallen ist, sagt z.B. immer, dass man sich auch an Kleinigkeiten erfreuen soll. Und dann auch mal DA DRÜBER reden, nicht nur über die „Katastrophen“. Und da ich oft und gern auf meine Oma höre, bin ich seit Montag abend gut gelaunt und muss ständig grinsen, wenn ich an das denke, was ich seitdem habe! Und ich rede GERN darüber:

Zu spät zur EM-Gucken-Verabredung losgekommen, galoppierte ich, so schnell meine Flipflops mich trugen, meine Häuserzeile entlang. In Höhe einer Art „Gebrauchtbuchhandlug“ riskierte ich einen Schaufensterblick, und sah ihn: Meinen Schatz!
Vollbremsung, langsam rückwärts geschlichen, wieder Schaufensterhöhe erreicht, Nase plattgedrückt.
Und - er war’s: Mein Drachen! Grün, mit roten Punkten, und mit einer Maus auf dem Rücken. „Das Drachenbuch“ von Walter Schmöger – allerliebstes Lieblingsbuch meiner Kindheit!
Herzrasen, weiche Knie. Atemnot. Denn plötzlich, nachdem ich jahrzehntelang nicht nach dem Buch gesucht habe, war ich fest überzeugt davon, das einzig überlebende Exemplar in Gesamt-Europa gefunden zu haben. Ich wußte bereits, dass der gewiefte Ladenbesitzer (eine mafiös-anheimelnde 150-Kilo-Qualle hinter einem verschmierten Holztisch) mir mit einem breiten Zigarrengrinsen einen fünfstelligen Betrag auf einen Zettel schreiben und mir zuschieben würde. Und dass er schmutzige Fingernägel haben würde, mit denen er – MEINEN wiedergefundenen Schatz fest an sich gekrallt – wieder in Richtung Schaufenster schnaufen würde, nachdem ich ob des Preises heulend vor seinem Tresen zusammengebrochen bin.

So war’s aber gar nicht! Der schlanke, sehr nette Herr aus dem Laden zauberte einfach das Buch aus dem Schaufester, warf einen Blick rein, und sagte: "Das wärn' dann 4 €uro. ".
Und seitdem nehme ich mein Drachenbuch überall hin mit. An dem Abend hat es mit Rami und mir in Sachsenhausen Fußball geguckt. Vorm Einschlafen hab ich dann noch 2 mal gelesen; heute isses sogar auf der Arbeit dabei, damit ich es für Euch fotografieren konnte. Mein Drachenbuch. Ich grinse schon wieder! Alles ist gut!

Dienstag, 3. Juni 2008

Hey, was machen eigentlich die Zimtzicken?!


Hervorragend. Jetzt haben wir schon einen so hübschen wie aufregenden Namen, von dem jeder behauptet: „Milchmädchen? Davon hab ich schon mal gehört!“. Und dann wagt es ein Kollege doch tatsächlich, letzte Woche obengenannte Frage an mich zu richten! Zuckersüß, die Verwechslung!
Keine Ahnung, wo die Zimtzicken am Wochenende waren - aber Milchmädchen hatte einen sensationellen Gig auf der Local-Talent-Bühne in Darmstadt!
40 Minuten „Best of MM“ mit suppa Wetter, suppa Sound, suppa gelaunter Band und suppa sich proportional zu den Spielminuten vervielfachendem Publikum!
Der extraordinäre Mischer (schon bekannt und beliebt vom MUF 2008), die eifrig-Bier-ausschenkende junge Frau hinter dem Band-Getränke-Tresen und der herzige Stagemanager Paddy, der alles im Griff hatte und Wünsche von den Augen ablesen konnte, haben für absolutes Milchmädchen-Wohlfühlen gesorgt.
Dazu noch hatten wir eine kleine Premiere, nach deren Gelingen Matze besonders beschwingt war: Sein neuer roter Tasten-Schlitten war zum 1.mal mit auf der Bühne und hielt auch, was der Verkäufer verspochen hatte: Was man reintut, kam auch (hörbar) raus! Puh, Feuertaufe bestanden!
Also, rundum schön, viel Lob für und von uns (ja, die Darmstädter haben uns Spaß gemacht, danke!) und am Ende noch 2 Liedchen von den Hooters (die nächstes Jahr evtl.unser Support werden) mit abgekriegt – so muss ein gelungener Gig sein! Einziger Wermuths-Tropfen: nachdem meine Ohrstöpsel weg sind (ich nerv Euch, ich weiß) und die Nadel meines Stimmgeräts nach einem Sturz festhängt (auf-die-Tränendrüse-drück’), ist nach dem Auftritt mein neues teures Profi-Kabel verschwunden gewesen. Ich denke doch, die lieben Schlossgrabenorganisateure (Stagegroove, großes Lob, danke!!!!) werden es irgendwo aufgefunden haben! Es ist schwarz, 5 Meter lang und hat an den Enden jeweils eine Metallklinke. Man KANN es also gar nicht verwechseln!
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