Mittwoch, 29. April 2009

Werksspionage: Auf Tour mit Hansi.

Im Dienste von milchmädchen-guckt-über-den-tellerrand.de habe ich mich übers Wochenende ins Orchester von James Last eingeschlichen. Am Samstag war ich mit in Berlin, sonntags in Hamburg – jeweils immer mehr mittendrin als nur dabei: Im Tourbus mit den großartigen Streicher/innen gezecht, vor der Halle mit dem Flöten- und Saxophon-Gott geplauscht (der spielt auch bei Otto!), bei einem Gläschen Weißwein backstage mit dem Gitarristen gefachsimpelt (er: geFACHT, ich: geSIMPELT), abends in den Luxushotels schön noch mit den großen Hunden an der Aftershow-Bar mit pinkeln gewesen. Hach, es war eigentlich MEINE Tournee, wenn ich ehrlich sein soll, und ich wär ja so gern weiter mit gefahrn!
Immerhin hat mich meine Lieblingsgeigerin und Gastgeberin der Herzen am zweiten Tag dem großen Hansi vorgestellt, so heißt der Herr Last ja eigentlich! Übrigens ein sehr eloquenter und eindrucksvoller Herr mit mehr als nur EINEM Schalk im Nacken. Böse Zungen behaupten ja, er würde so nuscheln, dass man seine Ansagen ans Publikum nicht versteht – ich jedoch (in den Hallen immer ganz vorne mit dabei) hing an seinen Lippen, um keine seiner pupstrockenen Zuwendungen an uns zu verpassen. Und hab mir auf die Schenkel geschlagen -er ist klasse, jetzt echt ma'! Über den Musikstil lässt sich natürlich streiten, ich hab mich jedoch eines Besseren belehren lassen: Ich hatte Spaß, die Melodien waren schön, und wenn neben irischen Weisen oder dem Tico Tico dann auch Pink, Amy Winehouse und Coldplay intoniert werden, bin ich doch mehr als zufrieden!
Also wurde ich mit dem ersten aus Hansis Handgelenk geschüttelten Ton in der Berliner O2-Arena glühender Fan, und konnte mich ab da dem wilden Treiben der 20-70jährigen Groupies, die mit uralten Plattencovern und entenartigen Regenschirmen durch die Hallen polonaisend unterwegs waren, nicht mehr entziehen!
Fazit: Herrliches Wochenende gehabt, und ich liebe Geigen!

Und außerdem: Ich suche Leute für eine James-Last-Coverband!
PS: Tourfotos bei uns in flickr.

Mittwoch, 22. April 2009

Karottenkonzern

Ich hab mal Resümee gezogen. Am letzten Sonntag. Im Wartezimmer bei HR3. Da haben wir nämlich ein wenig atemlos auf eine ähnliche Ansage wie „Der nächste bitte“ gewartet. Matze, Andy und ich – und ein Riesenhund, der da von irgendwem unterm Tisch liegengelassen worden war.
Der Hund hat am Mikro später mehr Zeit gehabt, dann aber doch weniger gesagt als wir drei in unseren 10 Minuten ON AIR.
Egal, so ober-erfreulich wie das HR3-Interview war - beim Warten ist mir folgendes trübes Licht aufgegangen:
Je weiter wir (Milchmädchen) kommen, um so mehr müssen wir dann wieder machen. Also, wie soll ich sagen?! Wir haben: Schöne und größere Gigs gespielt. Ein außergewöhnliches Programm von fast anderthalb Stunden. Eine hochwertig gefertigte EP mit vier wunderschönen Liedern. Ein tolles Booklet dazu. Wir myspacen, wir bloggen, wir twittern – Dinge, von denen man beim ersten Hören denken könnte, sie wären etwas Unanständiges und wir sollten uns mal bei einer Selbsthilfegruppe anmelden. Sprich: Wir haben also bis hier hin ganz schön viel erreicht, uns aber dafür auch ziemlich abgehetzt.
Natürlich, wir hatten auch Glück und einige Dinge flogen wie von selbst in unser Mail-Postfach: Größere Veranstalter kamen auf uns zu und nicht umgekehrt – genauso lief es auch mit dem HR3-Interview.

Zurück zu Sonntagabend: Langsam wurde mir klar, dass Milchmädchen jetzt trotzdem nicht stehenbleiben und sich ausruhen dürfen. Und ein beunruhigendes Bild erschien vor meinen entgeisterten Augen: Milchmädchen als die Karnickel, die ausgehungert und mit letzter Kraft und wild aufeinander klackernden Hasenzähnchen versuchen, an die goldene Karotte zu springen. Und das Problem ist, dass Medienkonzerne, Gema, Radiobestimmungen und Millionen andere Bands mit mehr Zeit, mehr Glück und mehr wat-weiß-ich diese Möhren-Angel genüßlich immer höher schrauben. Diese Möhre namens "voller Erfolg". Und mit aufgerissenen Karnickelaugen und zitternden Karnickelöhrchen (?) wurde mir der Un-Satz des Jahres klar, der uns ständig auf den Häschenfersen ist: WIR MÜSSEN NOCH. Denn wir müssen noch: T-Shirts und Flyer drucken, die Plattenfirmen persönlich behaken, eine schönere Homepage machen, ein Video drehn, 3-6 neue Lieder schreiben, wieder ins Studio, viel mehr Bewerbungen in andere Städte schicken, neue Pressefotos machen.
Und am End' müssen wir unbedingt noch: Irgendwem die Karotte … stecken und mal wieder ein bißchen gemütlich sein. Aber sonst geht's mir gut! :-)

Mittwoch, 15. April 2009

Milchmädchen auf HR3

Aha, langsam tut sich was. In den ersten Wochen dieses Jahres machten wir uns noch Sorgen, weil die Antworten auf die von Julia so liebevoll und zahlreich verschickten Demopakete ziemlich lange auf sich warten ließen. Kein Termin in Sicht, Resignation machte sich breit. Inzwischen prasseln die Anfragen auf uns ein. Wenn alles klappt, was sich da so anbahnt, dann wird dies ein gutes Jahr. Solange noch nichts unterschrieben ist, sollten wir noch nicht feiern. Dennoch gibt es bereits zwei Tage, an denen wir jeweils zwei Auftritte spielen können/dürfen/sollen. Darüber hinaus haben wir eine noch unbestätigte Anfrage, die uns vor Stolz fast platzen lässt. Aber ohne Unterschrift will ich auch hierzu lieber noch nichts schreiben.

Erfreulich ist auch das von allen Seiten eintrudelnde Feedback zu unseren Aufnahmen. Bei regioactive findet man uns jetzt bei den Redaktionsempfehlungen und von HR3 sind wir am Sonntag den 19.04. in die Sendung Madhouse zum Interview geladen. Diese Lobhudelei in eigener Sache ist vor allem Balsam für die zarte Musikerseele, ein Anreiz weiter zu machen. Die Zeit und die Nerven, die man investiert hat, waren also doch nicht ganz umsonst.
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